Hololens Showroom des RZ
Seit Anbeginn der IT-Entwicklung kann das Human Computer Interface, also die Schnittstelle Mensch-Maschine, als ein zentraler Indikator für die Vielfalt von Möglichkeiten und generell für das Nutzungspotential beim Einsatz von Rechnern angesehen werden. Sehr schön lässt sich das bei der Marktentwicklung von Wearables (z.B. Apple Watch) beobachten, bei der u.a. der Nutzerschnittstelle eine Schlüsselfunktion in der Attraktivität neuer Produkte zukommt. Nachdem nun seit geraumer Zeit das Desktop-Paradigma mit Maus und Fenstern als zentrales Arbeitsmittel etabliert ist, zeigen sich seit einer gewissen Zeit neue Ansätze am Markt, die noch weitere Möglichkeiten erschliessen sollen.
VR im Vormarsch, in Gamingszene recht erfolgreich
Im Vordergrund stehen hier Produkte, die in den Bereich der Virtuellen Realität (VR) zielen. Während die Arbeitswelt noch weitestgehend hiervon unberührt bleibt, erfreut sich die VR-Technologie in der Gamerszene schon einer hohen Popularität, es existiert inzwischen ein kontinuierliches Angebot in diesem Bereich, das ständig ausgebaut wird (Bild 1).
Augmented/MIxed Reality: Steigerung, auch in Komplexität
Microsoft zielt mit der Hololens (Bild 2) recht ambitioniert in ein technisch noch komplexeres, aber auch interessanteres und fruchtbareres Gebiet der Human-Computer-Interfaces: die Augmented Reality (auch Mixed Reality genannt). Hier werden die Elemente der virtuellen Realität verknüpft mit der Topologie des reellen Raumes, in dem der Nutzer sich befindet. Um es einfach zu beschreiben: man sieht die virtuellen Artefakte „reell“ vor sich im Raum, man kann herumgehen und das Artefakt von allen Seiten anschauen. Diese können aus dem Boden oder aus den Wänden wachsen oder einfach im Raum schweben. Ebenso kann man z.B. Fenster mit Informationen an die Wände pinnen. Das sind jedoch nur ganz einfache Beispiele, schauen Sie sich am besten die Videos in den Verweisen am Artikelende an.
Microsoft ist hier eine der zur Zeit besten Realisierungen am Markt gelungen. Insbesondere das zugehörige SDK (Software Development Kit, zu deutsch Entwicklerkit) zählt zu den umfassendsten Softwaretools.
Ausblick auf mögliche Zukunft
Anwendungsbeispiele der Hololens können in vielfältigen Feldern gefunden werden, durch die dreidimensionale Darstellung und die Möglichkeit, um und durch das Objekt zu gehen eröffnen sich ganz neue Wege, komplexe Sachverhalte zu erfassen und zu manipulieren.
- Ausbildung Chemie/Biologie/Pharmakologie: Der MoleGram Explorer ist eine Mixed Reality-Anwendung, die den Studenten hilft, mehr über molekulare Oberflächen zu lernen. (https://mixedreality.afca.ch, https://www.youtube.com/watch?v=hRYQLoI6V1I)
- Ausbildung Medizin: das MediSim-System nutzt die Leistungsfähigkeit von Mixed Reality um Bauchuntersuchungen durchzuführen und sich auf die reellen Patienten vorzubereiten (http://www.etc.cmu.edu/projects/medisim/)
- GIS: ESRI HoloMap generiert spontan holografische Karten aus ArcGIS Online-Bildern und -Erhöhungen. (https://www.esri.com/about/newsroom/publications/wherenext/nj-utility-on-forefront-with-new-mixed-reality-application/, https://www.youtube.com/watch?v=hE9GXpZTwAs)
- Wartung: Die Wartung komplexer Installationen soll durch die Hololens-Führung stark vereinfacht werden (https://www.youtube.com/watch?v=UkPKVWYnTDg)
Die Hololens-Technologie wird zur Zeit beim Windows-Team, Abt. Zentrale Systeme, in Hinsicht auf mögliche Einsätze in Forschung und Lehre an der Universität evaluiert. Darüber hinaus sind Demoveranstaltungen für das Sommersemester 2018 in Planung, um diese neue Technologie auch in der Universität bekannt zu machen.
Interessierte können sich aber vorab zu einer Kurz-Demo bei Dr. V.-H. Winterer, App. 4646, vowi@uni-freiburg.de anmelden.
Weiterführende Links:
Microsoft Hololens: https://www.microsoft.com/de-de/hololens
Testbericht bei heise.de: https://www.heise.de/video/artikel/Mixed-Reality-Brille-Microsoft-HoloLens-im-Praxistest-3249044.html
Hololens-Evaluation bei der ETH Zürich: https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2018/02/hololens.html
Volker-Henning Winterer